Salzburg Betörende Legati im Canto Lirico mit Benjamin Bernheim

Xl_bb2021salzburg © Helmut Pitsch

Salzburg Betörende Legati im Canto Lirico mit Benjamin Bernheim

Seine Karriere zeigt nach oben. Der junge Schweizer zählt mittlerweile zu den führenden lyrischen Tenören und ist auf allen großen Bühnen zu Hause. Für seinen Liederabend bei den Salzburger Festspielen hat er ein breit gefächertes Programm mitgebracht.Sein Begleiter Mathieu Pordoy ist kurzfristig eingesprungen und zeigt sich bestens mit den Stücken vertraut. Mit viel Einfühlungsvermögen und perfekter Technik gestaltet er eine farbenreiche Untermalung in seiner Begleitung .

Benjamin Bernheim eröffnet den Abend mit den Poeme de l’amour et de la mer opus 19 von Ernest Chausson. Der Liederzyklus nach Gedichten von Maurice Bochoir entstand 1890 wurde aber vom Komponisten 1892 revidiert. In "la fleur des eaux" zeichnet er in ruhigen schwermütigen Gesang romantische Athmosphäre. Mathieu Pordoy bekommt im interlude viel Raum als Solist, den er auszufüllen weiß. In "la mort de l‘amour" punktet der Tenor mit langgezogenen Melodiebögen, die er mit weichen Crescendo ausweitet.

Nach der Pause widmet er sich dem deutschen Liedgesang. Expressiv zeigt er in vier Liedern die Qualität der Kompositionen von Clara Schumann, sowie seine guten Deutschkenntnisse. Wohl artikuliert er den Text, formt konzentriert die Vokale und gibt dem Inhalt seine persönliche Note. Die ausgewählten Lieder " Liebst Du um Schönheit, Warum willst du and‘re fragen, Sie liebten sich beide, Ich stand in dunklen Träumen" sind in den Jahren 1840-1842 entstanden.

Johannes Brahms widmete sich sehr intensiv dem Liedgesang. Wiederum wählt Bernheim wohl abgestimmte vier Lieder, Stimmungsbilder romantischer Liebe und Naturanbetung. "Die Mainacht , Dein blaues Auge, Immer leiser wird mein Schlummer, Auf dem Kirchhofe" stammen aus der Periode 1866-1888. Wieder arbeitet er wortverständlich und ausdrucksstark mit den zumeist berührend lyrischen Texten.

Frisch und modern grenzt sich anschließend der Vortrag von zwei Liedern von Benjamin Britten ab. In The Salley gardens und The last rose of summer wirkt er locker und erfrischend nach romantischer Schwere. Mit Frank Bridge beendet Benjamin Bernheim seinen Lied Streifzug. Kurz und prägnant schmettert er nochmals seine wonnigen Legati in Love went a-riding.

Begeisterter Beifall entlockt noch zwei Zugaben. Mit Richard Strauss "Morgen" und einer Kostprobe seiner nächsten Opernpartie des Werther von Jules Massenet "Pourquoi me reveiller" schließt er seinen in jeder Hinsicht gelungenen Liederabend.

Dr. Helmut Pitsch

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