
Frühlingsmatinee Heinz-Bosl-Stiftung Nationaltheater München 30.3.2025
Frühlingsmatinee Heinz-Bosl-Stiftung - Ballettfeuerwerk der Spitzenklasse
Seit über 40 Jahren engagiert sich die Heinz-Bosl-Stiftung München um den tänzerischen Nachwuchs in der Bayerischen Ladeshauptstadt. Die frühe Förderung großer Talente ist Sinn und Aufgabe der nach dem viel zu früh verstorbenen Münchner Ausnahmetänzer Heinz Bosl benannten Kulturinstitution. 1979 fand die erste Matinee der Bosl Stiftung statt, mittlerweile findet die legendäre Veranstaltung alljährlich im Frühjahr und Herbst mit je zwei Aufführungen statt. Sie ermöglichen dem Nachwuchs Erfahrung auf der großen Bühne des Nationaltheaters zu sammeln und sein außerordentliches Können vorzustellen. Ebenso inspiriert sie Jugendliche zu Tanzleidenschaft und zum Weg in die Ausbildung. Gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsballett und der Ballettakademie der Hochschule für Musik und Theater München gründete die Stiftung vor 15 Jahren das Bayerische Junior Ballett. Dieses ist mittlerweile zur einer führenden und begehrten Institution in der internationalen Ballettausbildung geworden. Über 200 Tänzer wurden in dieser Zeit erfolgreich zum Teil zu internationalen Stars ausgebildet und haben mit über 40 Choreographen zusammen gearbeitet. Da die 10 Jahresfeier durch die Pandemie nicht zustande kam, nutzt die Stiftung nun die diesjährige Frühlingsmatinee für das 15 Jahre Jubiläum mit einem Programm, gestaltet von herausragenden Absolventen des Junior Staatsballetts in ihren bevorzugten Choreografien umrahmt von drei Einstudierung der aktuellen Mitglieder. Für Ballettfans ein Gericht der Sonderklasse, jeder Gang vom Feinsten.
Zu Beginn tanzt das Junior Staatsballett eine Choreografie von David Russo. Klassische Figuren, Spitzentanz inklusive vermitteln mit tragender Klaviermusik ein tiefgehendes harmonisches Erlebnis. In Binding Pulse folgt packendes modernes Tanztheater mit Spracheinlage, choreografiert von Simone Sandroni. In rascher Abfolge verschmelzen artistische Schritte und Gruppenformationen in perfekter Körperbeherrschung. Lichteffekte erweitern die Vielfalt mit Schattenbildern. Die jungen Tänzer überzeugen in diesen beiden Stücken mit ihrer Präzision, Sicherheit und Ausdruckskraft. Sowohl klassische Grazie und Anmut als auch moderne kraftvolle Expressivität gelingt eindrucksvoll.
Im Anschluß überschlagen sich förmlich gefeierte Klassiker der Ballettchoreografien, getanzt von ehemaligen Absolventen, die heute Mitglieder sowie Solotänzer des Bayerischen Staatsballetts als auch des Saarländischen Staatstheaters, des Het Nationale Balletts Amsterdam oder des Brünner Balletts sind. Mit viel Instinkt für die Präsentation der Vielseitigkeit des Tanzes sowie der überragenden Kreativität und Phantasie berühmter Choreographen wurde eine wahrhaft berauschende Abfolge von elf Solo als auch Pas de Deux zusammengestellt. Es gibt so für die eingeschwore Ballettfangemeinde ein Wiedersehen u.a. mit Ausschnitten aus Isadora in der Choreografie von Ivan Liska, Jardi Tancat von Nacho Duato oder la Bayadere von Patrice Bart. Hervorstechend die Uraufführung der Choreografie des 19 jährigen Pablo González Martinez zu Händels Opernhit "Lascia ch’io pianga" getanzt von ihm selbst.
Die Qualität, Professionalität und Ausstrahlung aller Mitwirkenden bestätigt das Niveau der Ausbildung und der Arbeit mit den jungen Nachwuchstänzern, als auch das Engagement und die Begeisterung der selben sowie deren Ausbildner.
Der frenetische Jubel am Ende vom Publikum ist die würdige Belohnung und Anerkennung.
Dr. Helmut Pitsch
30. März 2025 | Drucken
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