Bachs „Johannespassion“ in Klagenfurt: Tiefes Mitgefühl und große Zuversicht

Xl_ahmann-zelinka-lerchenberger-kso-4-23 © Helmut Christian Mayer

Weniger das schmerzvolle Leiden Jesu als vielmehr die Heimkehr des Gottessohnes zum Vater: Das erfühlt man in der„Johannes-Passion“von Johann Sebastian Bach, die zweifellos zu den am meisten aufgeführten Werken der sakralen Literatur zählt.

„Herr Jesu Christ, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich“: Diese beiden letzten Verse aus dem finalen Choral sind ebenso, wie all die anderen Choräle und Arien voll von tiefem Mitgefühl, von Schmerz aber auch voll Zuversicht und beinahe göttlicher Schönheit. Und sie können intensiv berühren, vor allem dann, wenn sie so wie vom Chor des Stadttheaters Klagenfurt (Einstudierung: Günter Wallner) im Konzerthaus Klagenfurt zu erleben waren.

Bei den Solisten profilierte sich Mario Lerchenberger als vielbeschäftigter Evangelist mit klarem, hellem und immer höhensicherem Tenor. Es sang genauso mit exemplarischer Wortdeutlichkeit wie Wilfried Zelinka, der als weicher Jesus beeindruckte. Alle anderen Solisten kamen aus dem Chor. Sie waren hochmotiviert, waren unterschiedlich verständlich aber waren alle auf hohem Niveau zu erleben: Gregor Einspieler-Springer sang den Pilatus und eine Bass-Arie sehr profund. Mihael Strniša tat sich als Petrus und mit kernigen Bass-Arien hervor. Júlia Banyai sang ihre Arien mit klarem, leichtem Sopran. Alena Temesiová besorgte souverän die Alt-Arien, ebenso wie David Jagodic die Tenor-Arien.

Philipp Ahmann leitete enorm präzise und stets motivierend die Sänger, den Chor wie auch das klein, meist intonationsrein und vor allem stilsicher musizierende Kärntner Sinfonieorchester und vermochte immer große Klangschönheitzu erzeugen.Es gefielen auch die vielen guten Solisten in den eigenen Reihen des Klagkörpers bei ihren mannigfaltigen Einlagen. An der Orgel war der bewährte Klaus Kuchling zu hören.

Großer Jubel!

Dr.Helmut Christian Mayer

 

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