Kolumnen zu folgendem Clemens Unterreiner

Massenets "Werther" in Wien: Leiden im Schatten des Mammutbaums

Helmut Christian Mayer

Es ist dieser weitausladende Mammutbaum, der in der Inszenierung von Andrei Serban aus 2005 bei Jules Massenets „Werther“ die Bühne der Wiener Staatsoper dominiert. Durch seine Blätter werden die Jahreszeiten widergespiegelt (Ausstattung: Peter Pabst). Unter ihm und in ihm, durch einen Steg ist er begehbar, läuft das tragische Zieldrama ab. Entsprechend der Zeit ist auch das Mobiliar. Die Handlung mit entsprechenden Kostümen wird in die 50er Jahre des...


Wien - Erstklassige Repertoire Vorstellung mit frischen Stimme...

Helmut Pitsch

Giuseppe Verdi Simon Boccanegra Wiener Staatsoper 11.4.2024 Wien- Erstklassige Repertoire Vorstellung mit frischen Stimmen in Simon Boccanegra Mehrmals arbeitete Giuseppe Verdi an seiner Vertonung der Lebens- und Liebesgeschichte des Genueser Dogen Simon Boccanegra, der im 16. Jahrhundert die Geschicke der Stadt lenkte und mit der Konkurrentin Venedig Krieg führte. Es geht um politische Rivalitäten, die zwischen Familien ausgetragen werden und deren junge Generationen...


Wiener Staatsoper: „Animal Farm“ von Alexander Raskatov : Manc...

Helmut Christian Mayer

„All animals are equal - but some of them are more equal than others”: prangt in riesigen, pinkfarbigen Neonlettern zum Finale auf der Bühne. Es ist das berühmt gewordene Zitat aus George Orwells Tierparabel „Animal Farm“, ein Klassiker aus 1945, das dieser als Satire über den damaligen Sowjetkommunismus und Stalin verstanden wissen wollte. Es handelt von der Genese einer mörderischen Diktatur, von Schweinen, die die Macht auf einem...


Wiener Staatsoper: Magische musikalische Momente bei Strauss „...

Helmut Christian Mayer

Es ist schlichtweg eine musikalische Sternstunde: Und dazu tragen in erster Linie das Orchester der Wiener Staatsoper unter Christian Thielemann bei. In der ganz ohne Striche musizierten „Frau ohne Schatten“ von Richard Strauss im Orchester entstehen überwältigende Momente von überirdischer Schönheit und unglaublicher Klangpracht: Ganz besonders bei den Lyrismen, wenn die Kaiserin das Reich ihres Vaters Keikobad betritt und über einem subtilen...


Wagners „Lohengrin“ in Wien: Sängerfest in Lederhosen und Dirndln

Helmut Christian Mayer

  Es ist die letzte Aufführungsserie von Andreas Homokis Interpretation von Richard Wagners „Lohengrin“ an der Wiener Staatsoper. Diese Inszenierung hat das Publikum eigentlich nie so richtig begeistert, denn in seiner Deutung aus 2014 hat er die märchenhafte, romantische Geschichte vom Schwanenritter kurzerhand vom flachen Brabant in ein ländliches Bergdorf des 19. Jahrhunderts,irgendwo in Bayern platziert. In einem hässlichen Holzkasten, er soll...


Raiding: Das Liszt Festival mit einem stimmigen Liederabend „L...

Helmut Christian Mayer

Es begann mit einem Brief von Franz Liszt an Hector Berlioz, wo dieser von seiner Italienreise schwärmte, es folgten launige Sager wie „Es ist jetzt fast sechs und das Aufregendste was passiert ist, ist ein Basilikumblatt um Beckenrand“, ein Rezept über die „Maccheroni alla Rossini“ bis hin zu tiefgründigen Betrachtungen über Italien und hier speziell Venedig. Ausschließlich Texte aus eigenen Büchern rezitierte der Schauspieler Michael...