Top column

Filtern

Alle Artikel

Maskenball in München - ein (Zerr) Spiegelbild

Helmut Pitsch

  Komplett dunkel ist es im Münchner Nationaltheater. Zu den Klängen der Ouvertüre trennen lange transparente Vorhänge die Bühne vom Zuschauerraum. Auf ihnen werden Szenen eines Maskenballs projiziert. Durch die Vorhänge hindurchgeschaut erkennt der Betrachter Riccardo auf seinem Bett liegend, eine Nachricht verfassend und dann mit einem Revolver spielend. So beginnt die Inszenierung „Eines Maskenballs“ von Giuseppe Verdi durch Johannes...


"Faust" am Opernhaus in Maribor: Die Omnipräsenz des Bösen

Helmut Christian Mayer

Mit einer goldenen Krone, selbstherrlich und hocherhobenen Hauptes, mit der Tätowierung einer furchteregenden, großen, schwarzen Schlange auf der blanken Brust und einem bodenlangen, roten Mantel steht Mephisto in der Walpurgisnacht diabolisch zum Fürchten da zwischen Hexen und Dämonen. Und er lässt sich dabei als wahrer König der Finsternis huldigen, während Nebelschwaden und Irrlichter auf der Bühne dreidimensional herumschwirren: Nicht das...


Packendes Revolutinsdrama am Teatro Verdi in Triest mit Giorda...

Helmut Christian Mayer

Unter den vielfältigen Werken des italienischen Verismo gilt „Andrea Chénier“ von Umberto Giordano als eines der wirkungsvollsten. Diese Oper über die französische Revolution ist eine glückliche Mischung aus strömender Melodie und effektvollen dramatischen Aufbau. Saftige Dramatik vernimmt man auch aus dem Orchestergraben. Der Routinier Fabrizio Maria Carminati und das Orchester des Teatro Verdi Triest sind bei den aggressiven...


Sängerkrieg in München - Tannhäuser als minimalistische klassi...

Helmut Pitsch

Eine neue Sichtweise auf Richard Wagners Tannhäuser will Romeo Castellucci, der Regisseur dieser Neuinszenierung an der Bayerischen Staatsoper aus 2017 schaffen. Verantwortlich für Regie, Bühne und Kostüme entrümpelt er die mittelalterliche Sage von Deutschtum, Rittern und Burgen und schafft eine klare transparente an eine klassische griechische Tragödie erinnernde Inszenierung. Indem er viele Einzelheiten mit symbolhaften Charakter einbaut bekommt diese ästhetische Umsetzung einen mystischen...


Staatsoper Hamburg - Thérèse eine mühsame Tragödie

Helmut Pitsch

Thérèse Raquin, ein Roman von Emile Zola ist die Vorlage für das Libretto von Otto Katzameier. Der junge deutsche Komponist Philipp Mantz vertonte im Auftrag der Staatsoper Hamburg und der Osterfestspiele Salzburg und finanziert durch die Siemens Stiftung die tragische Lebensgeschichte dieser Thérèse, die bei ihrer Tante aufwächst und aus Dank deren schwächlichen Sohn Camille ehelicht. Die Ehe bleibt lieb- und gefühllos und wird für sie zur Tortur. Sie geht ein Verhältnis mit einem Freund...


Staatsoper Hamburg - Eine Fanciulla aus dem französischen Westen

Helmut Pitsch

Ein Mädchen ist diese Minnie nicht, die da in Kalifornien in der Zeit des Goldrausches einen Spielsalon und eine Bar betreut. Die Kundschaft sind die spröden Goldgräber, Haudegen von ihren Familien getrennt, in der Hoffnung das grosse Glück, das Vermögen zu finden. Giacomo Puccini schuf dieses Musikdrama als Auftragswerk der Metropolitan Opera, die dort 1910 uraufgeführt wurde. Mit der deftigen Handlung um Liebe und dem Happyend ist er damit auch ein Begründer des Italowestern, der in den...


Die Redakteure von Opera Online